Nomoo - veganes Eis

Zwei junge Kölner wollen den Eismarkt erobern

Hätte vor ein paar Jahren mal jemand zu Jan Grabow und Rebecca Göckel gesagt, dass sie nach dem Studium ein Unternehmen für veganes Eis gründen, hätten beide vermutlich nur geschmunzelt. Jan wollte zuerst in das Beraterleben einsteigen und Rebeccas Traum war es, Fernsehmoderatorin zu werden. Doch wie so häufig, kam es anders. Noch während des Studiums entdeckten sie die Liebe zum Eis und zwar zu einem Eis, ganz frei von der Kuh: NOMOO. 

 

Das Projekt NOMOO Eis startete im Juni 2016. Es war eine fixe Studentenidee, ausgelöst durch die Dokumentation Cowspiracy, welche die Folgen der Viehwirtschaft auf das Klima aufzeigt. Jan wurde klar, dass es mehr pflanzliche Produkte braucht, die ihren herkömmlichen Alternativen geschmacklich in nichts nachstehen. So wurde die Idee von NOMOO Eis, dem Eis 2.0 geboren. Die Rezeptur sollte zu 100 Prozent pflanzlich sein, nur aus natürlichen und wenigen Zutaten bestehen und dabei so geschmacksintensiv sein, dass sie ein breites Publikum begeistern würde. 

 

Es dauerte nicht lange, bis die erste kleine Eismaschine gekauft wurde und das Projekt NOMOO Eis ins Rollen kam, auch wenn keiner der Gründer zu Anfang nur einen blassen Schimmer von Eis-Herstellung hatte. Das stand schließlich nicht auf dem Lehrplan des Betriebswirtschafts- oder Medienmanagement-Studiums. Also „learning by doing“: Rezeptbücher studieren, das Internet nach Wissen über das Eismachen durchforsten und unheimlich viel ausprobieren. 

Aber jetzt nochmal einen Schritt zurück: Was ist an Eis eigentlich nicht vegan und wieso soll es das überhaupt sein?
 Herkömmliches Eis besteht meist aus Kuhmilch, Eiern, Butterreinfett und Sahne. Alle diese Zutaten sind tierischen Ursprungs und somit mitverantwortlich für Probleme wie Umweltverschmutzung, Tierleid und Gesundheitsrisiken. Dies wird auch immer mehr Menschen bewusst, weswegen die Nachfrage nach veganen, also rein pflanzlichen Produkten steigt. Das Wort vegan bringt allerdings immer eine Assoziation á la „Das kann doch gar nicht schmecken“ mit sich. Genau aus diesem Grund spielt die großzügige Verwendung der Leitzutat in der Eisrezeptur eine so wichtige Rolle: NOMOO Kakaoeis enthält beispielsweise 12 Prozent Kakao (Schokoladeneis in Supermärkten liegt meist bei 3 – 4 Prozent Kakao). Die anderen drei Sorten sind ebenfalls intensiv: Erdnuss (16 Prozent Erdnussmus), Mango (42 Prozent Mango) und Himbeere (36 Prozent Himbeere). Im Resultat? Ein überraschend intensives Geschmackserlebnis und lauter begeisterte NOMOO Eis- Fans. Die Intensität und Qualität sind neben der Nachhaltigkeit und starken Markenidentität wichtige Pfeiler, für die NOMOO steht. 

Garagenflair am Anfang gehört dazu 

 

Es fing also damit an, die ersten Eissorten in der eigenen Studentenküche zu entwickeln, zu testen und zu verköstigen und sie dann wieder weiterzuentwickeln. Qualität und Perfektionismus wurden in der Rezeptur mit berücksichtigt: Der Geschmack musste zu 120 Prozent überzeugen. „Unsere Eisverköstigungen sind bei Freunden und Familien immer sehr beliebt. Wir haben sogar schon Bewerbungen für eine Stelle als Eisverköstiger erhalten, auch wenn es die bei uns noch gar nicht gibt“, erzählt Jan grinsend. 

 

Die richtige Eisproduktion auf einer kleinen 5-Liter-Eismaschine startete dann noch im Sommer 2016 in einer Gastronomieküche mitten im Herzen von Köln. Das Eis wurde in kleine weiße 120ml-Becher abgefüllt und mit einem Label versehen, das die Zutaten und Sorten erkenntlich machte: 100 Prozent Handarbeit. Produziert wurde abends und nachts, wie kleine Heinzelmännchen. Tagsüber fand nämlich der normale Gastronomiebetrieb statt. „Mit unserer kleinen Eismaschine konnten wir 40 Becher die Stunde produzieren, das Lager war direkt unter der Küche und über die Nacht füllten sich die Vorräte dann ganz langsam. In 2017 verkauften wir über 7000 kleine Eisbecher; alle auf der kleinen Eismaschine produziert. Das waren viele Stunden in der Küche, Garagenflair inklusive. Aber so muss das am Anfang sein“, erinnert sich Rebecca zurück. 

 

Die Produktionsschichten reichten demnach oftmals bis tief in die Nacht hinein. Ein typischer Sommertag sah folgendermaßen aus: Tagsüber Eis ausliefern, neue Kunden akquirieren, Fotos machen, Events planen, Rechnungen schreiben (und bezahlen) und nachts neues Eis produzieren. Nicht zu vergessen, das Studium. 

 

Die Zahl an Gastronomiebetrieben wuchs kräftig sowie auch die mediale Aufmerksamkeit im Sommer 2017. Auch etliche Events in Köln wie Food-Märkte oder Festivals wurden von NOMOO auf dem eigenen Eisfahrrad begleitet. Hinzu kam der erste Großkunde in Frankfurt. „Das war schon etwas besonderes, als wir die erste Palette Eis (in Eigenproduktion wohlgemerkt) nach Frankfurt versendeten. Für den Auftrag produzierten wir ein ganzes Wochenende durch“, berichtet Jan. 

 

Seitdem hat sich einiges getan: Das NOMOO Eis wird seit April 2018 von einem versierten Eisproduzenten in Hamburg hergestellt und die Auslieferung von Logistikern übernommen. So können die Gründer sicherstellen, dass das Eis auch über Kölns Grenzen hinaus bekannt wird und Verfügbarkeit erlangt. 

Die Vision ist, dass NOMOO einmal eine weltweit etablierte Eismarke wird und Eis langfristig nur noch aus pflanzlichen Zutaten besteht. So wie bei den Autos immer mehr auf Strom statt auf Benzin gesetzt wird. Die beiden nennen NOMOO daher auch gerne mal den Tesla unter den Eismarken, denn es vereint so viele positive und nachgefragte Eigenschaften: Geschmacksintensiv, pflanzlich, natürlich, bio, sojafrei, laktosefrei, glutenfrei, biologisch abbaubare Verpackungen und noch so vieles mehr. 

www.nomoo-icecream.de