Bundespresseball 2019

Wandel als Motto

Alle Jahre wieder. So etwa könnte man den Bundespresseball beschreiben. Fast zweieinhalbtausend Gäste, reichlich Kulinarisches, viel Champagner und fast immer die gleichen Gäste. Bereits zum dritten Mal war auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier dabei. Gut gelaunt und tanzfreudig. Dabei war doch in diesem Jahr das Motto Wandel. Und natürlich war auch das Klima ein Thema. So warben die Organisatoren damit den Ball klimaneutral zu gestalten, etwa durch die Beteiligung an Klimaschutzprosekten in Asien und Südamerika. Übrigens hätte der Ball noch ein wenig klimafreundlicher sein können, wären die nicht die VIP-Gäste, die bereits selbst zum Hotel Adlon gekommen waren, dann wieder an den Hintereingang gelotst worden. Dort stiegen sie dann in die bereitstehenden Limousinen, fuhren einmal um den Block, um dann am Roten Teppich auszusteigen. Apropos Teppich. Dieser war zwar rot aber auch irgendwie grün. Gefertigt aus Meeresmüll, recyceltem Plastik und alten Fischernetzen.  

 

Wandel war auch für die Köche des Adlon ein Motto. Dies spiegelte sich sowohl beim Dinner mit dem Bundespräsidenten im Palaissaal – ausgerichtet von Sternekoch Hendrik Otto aus dem Lorenz Adlon Esszimmer – als auch an den verschiedenen Food-Ständen – konzipiert und umgesetzt vom Bankett-Team um Executive Sous Chef Stephan Eberhard und Bankett Küchenchef Rico Kägebein – im gesamten Haus wieder. Alle Küchenchefs unterstützen mit ihren Teams bei der Umsetzung und so sind neben Hendrik Otto, Kai Weigand (Sra Bua), Michéle Müller (Restaurant Quarré) und Antje Rauterberg (Patisserie) rund 100 weitere Köche im Verlauf des Balls im Einsatz.

 

Üppig auch der Einkaufzettel für den Ball: 2000 hausgemachte Königsberger Klopse, 1500 frisch gebackene Pizzabrötchen, 1500 Portionen Currywurst, 1000 Portionen Backhendl, Rund eine halbe Tonne frisches Gemüse, 25 Kilo feinste Käseauswahl, 30 Kilo Wasserbüffel Fleisch, 4000 frische Austern, 80 Kilo Kalbsrücken, 120 Kilo Hähnchenfilet, 60 Kilo Lachsforellenfilet, 15 Kilo Popcorn, 6000 Sushi Rollen, 500 Macarons, 40 Kilo Schokolade, 100 Kilo Cheescake Ice cream. Dazu dann natürlich einige hundert Flaschen Pommery-Champagner, Wein, Wasser und Bier. Das Team von Hotelchef Matthias Al-Amiry hatte also gut zu tun. „Für uns als Hotel Adlon Kempinski ist es eine besondere Ehre, den Bundespresseball nun zum fünften Mal in Folge ausrichten zu dürfen. Es hat sich durch die Veranstaltung eine Tradition etabliert, deren kleines Jubiläum wir in diesem fünften Jahr verzeichnen dürfen. Mein Team und ich sind bestens aufgestellt und freuen uns gemeinsam mit dem Bundespresseballbüro auf einen gelungenen Abend mit gutem Essen, Tanz und anregenden Gesprächen“, so Al-Amiry.

 

Sternekoch Hendrik Otto hatte sich für das Dinner mit 300 geladenen Gästen und dem Bundespräsidenten-Paar wieder ein besonderes Herbstmenü einfallen lassen: Eingeläutet mit einer Rieslingschaumsuppe, Krebsbutter und Brunnenkresse, als Hauptgang gab es eine kleine Überraschung. Tafelspitz getreu dem Motto mit veränderter Zubereitung – er wurde sous-vide gegart. Begleitet wurde das Chatreuse vom Kalbstafelspitz von Kartoffel-Mousseline, Wildkräuter und Meerrettichschaum - präsentiert als kleines Küchlein. Das Dessert Pfirsich-Melba, bestand aus Creme von der Tahiti Vanille, Himbeeren und weißer Schokolade. Die 2000 Flaniergäste wurde derweil auf eine spannende, kulinarische Reise mitgenommen. An rund 18 Food-Ständen auf zwei Ebenen.

 

Überraschend viele Schauspieler waren in diesem Jahr zu Gast. Hier hat sich auch der Presseball etwas gewandelt. Ein paar mehr Promis sind schließlich gut für die Medienberichterstattung. So tummelte sich auch Schwimmstar Britta Steffen im Gewimmel, ebenso wie der weltweit älteste aktive Schauspieler Herbert Köfer, der im Februar 2021 seinen 100. Geburtstag feiern will. Dazu viel politische Prominenz und natürlich jede Menge Medienmenschen. Ganz im Gegensatz zum sogenannten Berliner Presseball im Januar, der fast völlig ohne Prominenz und Medienvertreter auskommt. Aber sicherlich auch dort werden sich wieder die üblichen Partyschnorrer einschleichen, wie sie es kurioserweise sogar bei diesem Bundespresseball wieder geschafft haben. Einer von ihnen, der in der Zeitung Welt einst als Partysan bezeichnet wurde, hat es in diesem Bereich zu Perfektion gebracht. Trotz aller Sicherheitsanstrengungen ist es also immer noch möglich, ohne Einladung und Karte dabei zu sein. 

 

Bis zum frühen Morgen wurde im Adlon gefeiert, getanzt und geplaudert. Und im nächsten Jahr sehen sich alle wieder. Alle Jahre wieder.