65. Bundespresseball

Ein wenig wirkte es als ginge der Ball in Rente

Es mag täuschen. Aber irgendwie kam einem beim diesjährigen Bundespresseball im Hotel Adlon ein Satz von Loriot in den Sinn: „Früher war mehr Lametta.“ Die wirkte gleich in mehrerer Hinsicht so. Die Dekoration zum Thema 65 Jahre Bundespressball war sehr minimalistisch, ein wirklicher Top-Act auf der Bühne fehlte und auch die Promidichte war überschaubar. Relativ wenig Chefredakteure, wenig Politiker. Immerhin nutzte Bundespräsident Joachim Gauck die Chance seinen letzten Ball als Präsident zu eröffnen. Dabie auch Innenminister Thomas de Maiziére, Verkehrsminister Alexander Dobrindt sowie Hermann Gröhe (Gesundheit) und Manuela Schwesig (Familie). Landspolitik war indes so gut wie nicht vertreten. Auch Veronica Ferres und Carsten Maschmeyer waren wieder mal dabei.

 

Aber was solls. Die mehr als 2000 Gäste waren bester Stimmung. Wenn es auch ein wenig Gewöhnung bzw. Bewegung erfordert im Aldon einen Ball zu zelebrieren. Es gigt so viel Räume. Da kann es schon vorkommen, dass man mit Freunden auf dem gleichen Ball ist, sich aber nie sieht. Vielleicht ist dies auch ein Vorteil für politische Gegner. Mann kann sich leicht aus dem weg gehen. Übrigens noch mal zurück zum Lametta. Noch ein weiterer Punkt.

 

Der Berliner VBKI-Ball zählt zu den bestangezogensten Bällen. Beim Bundespresseball ist da noch Luft nach oben.  Grünen-Politikerin Claudia Roth trug das gleiche auffällige rote Kleid wie Model Franziska Knuppe, nur deutlich wallender. Richtig gut stand es keiner von beiden. Uschi Glas trug die gleiche silber-schwarze Robe wie eine andere feiernde Dame. Modekritiker hätten darüber hinaus viel zu Besprechen gehabt. Bei einem Glas Champagner zum Beispiel.

 

Davon gab es immerhin 1800 Flaschen. Außerdem 2000 Flaschen Rot- und Weißwein und 1500 Liter Bier. 2000 Austern, 1,5 kg Kaviar, 200 kg Fisch  sowie 300 kg Fleisch füllten die Buffets. Und Vodka von Sash & Fritz. Da musste man indes Vorsichtig sein. Schließlich wollte man do die Ballnacht bis zum Ende durchstehen. Und das war erst weit, weit nach Mitternacht. Sollte der Ball jemals im Sommer stattfinden, kann der eine oder andere sicherlich schon in die Morgensonne hinaus