Kölsch an der Spree

20 Jahre Ständige Vertretung

Es war seinerzeit eine emotionale Entscheidung: Berlin oder Bonn. Wer wird Hauptstadt?! Das Ergebnis ist bekannt. Jedoch hatte es nicht nur politische Auswirkungen. Auch kulinarische.  

 

Eigentlich war Friedel Drautzburg ja glühender Verfechter der Hauptstadt Bonn. Und damit zugleich gegen Berlin. Doch das ist freilich viele Jahre her. Berlin wurde Hauptstadt und Drautzburg zog zusammen mit Harald Grunert vom Rhein an die Spree. Am Schiffbauerdamm schufen sie ein Domizil für alle Exil-Rheinländer. Doch längst ist die Ständige Vertretung (StäV) auch für Touristen und Berliner eine feste Adresse. Für Politiker aller Colour sowieso. Das Restaurant oder besser die Kneipe hat so viele Freunde, dass die 20-Jahr-Feier in der Kulturbauerei gefeiert wurde.

 

Viele Rheinländer waren dabei, Freunde wie Claus Theo Gärtner, die Bläck Föös sorgten für rheinische Klänge und Joschka Fischer und Ulrich Wickert gratulierten launig auf der Bühne. Dazu floss jede Menge Kölsch.

„Bevor wir kamen wurden nur wenige Fässer Kölsch nach Berlin geliefert“, erinnerte sich Drautzburg. „Und als wir zur Brauerei kamen und sagten wir gehen nach Berlin, hat man uns nur ungläubig angeschaut.“

 

Nun ja – inzwischen fließt das Kölsch und die StäV ist fast schon ein Berliner Wahrzeichen.